Name und Leitbild der Ev. Lydiagemeinde Frankfurt am Main

Evangelische Lydiagemeinde Frankfurt am Main

Gott zur Sprache bringen – Raum geben – Leben teilen

Das war eine schwierige Aufgabe: Wie sollte unsere neue Gemeinde heißen? Ein Name ist schließlich nicht Schall und Rauch. Welcher Name drückt die Ziele der neuen Gemeinde aus, die wir im Leitbild festgelegt haben? Fast 40 Vorschläge hatten wir von Gemeindemitgliedern erhalten, die wir sichteten und diskutierten. Als "Werteskala" diente das Gemeindeleitbild, das im rechten Kasten in voller Länge steht: 

  • Gott zur Sprache bringen wollen wir – im Gottesdienst und in allen Veranstaltungen der Gemeinde, im gemeinsamen Nachdenken über den Glauben und mit dem, was wir tun.
  • Raum geben wollen wir – uns und anderen: Gemeinsam mit den Mitgliedern der Gemeinde und offen für allen Menschen im Stadtteil suchen wir Wege zu Frieden und Gerechtigkeit.
  • Leben teilen wollen wir – und helfen, wo es nötig und uns möglich ist: den Menschen im Stadtteil und darüber hinaus.


Wir fanden, dass unter den vielen Vorschlägen die biblische Erzählung von der Purpurhändlerin Lydia dem Leitbild sehr genau entspricht.


Sie kennen Lydia nicht? Sie ist für viele eine Unbekannte. 
 

Lydia wird in der Bibel tatsächlich nur einmal erwähnt. Die Apostelgeschichte 16, 9-15 und 40 erzählt von ihr. Lydia lebt in Philippi in Mazedonien. Aus Kleinasien, der heutigen Türkei, war sie nach Europa eingewandert. Sie ist also eine Zugewanderte, wie so viele Menschen in Frankfurt auch. In Philippi gehört Lydia zu den Anhängern des Gottes Israels, ohne zum Judentum konvertiert zu sein. Als Purpurhändlerin zählt sie zu den Wohlhabenden und verfügt über einen eigenen Hausstand mit Dienern und Sklaven.

Wofür steht Lydia für uns?

Lydia hört Paulus vor einer Synagoge zu, als dieser von Jesus Christus erzählt. Sofort will sie sich taufen lassen, "weil Gott ihr das Herz öffnete". Da, wo Gott zur Sprache gebracht wird, ist sie offen für Gottes Wort und wird die erste Christin in Europa überhaupt. Schon allein deshalb hat sie eine große Bedeutung für das europäische Christentum.

 

Für unsere Gemeinde hoffen und beten wir, dass Gottes Geist uns berührt und offen macht für Gottes Wort – so wie es bei Lydia geschehen ist.


Uns gefällt, dass es eine Frau ist, die als erste in Europa Christus nachfolgt. Uns gefällt auch, dass Lydia darüber hinaus in der Gemeinde in Philippi eine zentrale Rolle übernimmt: Lydia ist fortan eine Frau mit einem offenen Haus, in dem in der Gemeinschaft mit Jesus Christus alle eingeladen sind. Sie beherbergt die Gruppe von christlichen Missionaren rund um Paulus und wird dauerhaft Gastgeberin der entstehenden christlichen Gemeinde – wahrscheinlich sogar deren Leiterin. Ihr Haus ist das Gemeinde-Haus. Lydia ist bereit, Raum zu geben – im wortwörtlichen Sinn. Sie lebt ein offenes Haus.

 

Das wollen wir auch tun in unserer Gemeinde, auch wenn wir wissen, dass echte Gastfreundschaft manchmal schwer fällt und eine große Herausforderung ist.


Lydia bleibt in Philippi der Mittelpunkt der Gemeinde. In ihrem Haus können Paulus und sein Begleiter Silas einen Unterschlupf finden, als sie auf wundersame Weise aus dem örtlichen Gefängnis freikommen. Lydia teilt ihr Leben mit der neuen Gemeinde. Wo sie helfen kann, tut sie es.

 

Für unsere Gemeinde hoffen und beten wir, dass auch wir den Mut und die Kraft haben zu helfen, wo es nötig ist. Dabei können und sollen alle ihre Fähigkeiten und Möglichkeiten einbringen, so wie es Lydia getan hat.


Evangelische Lydiagemeinde Frankfurt am Main. Lydia ist eine starke, mutige und bekennende Christin, deren Leben uns ein Vorbild sein kann. Weitere theologische Hintergrundinformationen

Unser Leitbild

Wir über uns - was uns leitet

Gott zur Sprache bringen

Wir gehen davon aus, dass Gott mit unserem Leben etwas zu tun hat und dass der Glaube an Jesus Christus uns Kraft in unserem Leben gibt.

Wir wollen Gott zur Sprache bringen: Wir setzen uns mit Glaubensfragen auseinander, um zu verstehen, was das konkret für unser Leben heißt.

Wir setzen uns mit gesellschaftlichen Themen auseinander, um aus dem christlichen Glauben heraus Orientierung für unser Handeln zu finden.

Raum geben

Als Gemeinde sind wir in Bewegung begriffen; wir wollen nach außen ausstrahlen und von anderen lernen.

Unser Haus ist offen für alle, die am Glauben und an der Auseinandersetzung damit interessiert sind.

Alle sind eingeladen, ihre Fähigkeiten einzubringen.

Alle sind eingeladen, bei uns einen Ort des Friedens und der Freiheit zu finden.

Leben teilen

Unser Umgang miteinander ist von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung geprägt.

Unsere unterschiedlichen Fähigkeiten stärken unsere Gemeinschaft.

Unser Glaube gibt uns Kraft und Gelassenheit zu handeln.

Wir wollen für Menschen da sein, die Hilfe benötigen, und setzen uns für Gerechtigkeit und die Bewahrung der Natur ein.