Die Orgel in der Ev. Auferstehungskirche in Praunheim Ev. Lydiagemeinde Frankfurt am Main

Orgel in der Ev. Auferstehungskirche in Praunheim

Die 1771-72 gebaute Auferstehungskirche erhielt 1781 wahrscheinlich ihre erste Orgel. Sie stand zuvor in Sulzbach und hatte sechs Register, war also recht klein. Die tiefste Oktave der Tastatur war als sogenannte "kurze Oktave" ausgeführt. Das heißt, dass in ihr als Obertaste nur die Taste "B" vorhanden war. Diese Besonderheit deutet darauf hin, dass die Sulzbacher Orgel schon vor 1700 gebaut worden sein muss. Neue Orgel für den Kirchenraum1840 wurde die Orgel nach Massenheim bei Friedberg verkauft, und die Praunheimer Kirche erhielt eine neue Orgel. Sie wurde gebaut durch den Orgelbauer Friedrich Voigt aus lgstadt bei Wiesbaden. Sie hatte laut einer Aufzeichnung von 1944 16 Register auf einem Manual und Pedal. 1950 erhielt die Gemeinde wieder eine neue Orgel. Sie wurde von der Firma Walcker in Ludwigsburg gebaut und besaß elf Register auf zwei Manualen und Pedal. Diese Orgel war im Verhältnis zum Kirchenraum sehr klein. Die Materialien für ihren Bau hatten – den damaligen Möglichkeiten und finanziellen Verhältnissen entsprechend – nur bescheidene Qualität. 1988 wurde die Orgel durch die Firma Förster & Nicolaus aus Lich gründlich überholt. Auch ein neues Register (Trompete 8‘ im Pedal) wurde eingebaut. Trotz recht ansprechender Tonqualität war die Orgel nach wie vor zu klein dimensioniert. Außerdem erwies sich ihre Technik den neuen Ansprüchen nicht gewachsen. Die heutige Schuke-Orgel Das ließ den Entschluss zur Anschaffung einer ganz neuen Orgel als der wirtschaftlicheren Lösung reifen. Der Auftrag für den Bau der Orgel ging an die Berliner Orgelbauwerkstatt Karl Schuke.

Am 3. November 1996 wurde die neue Orgel mit einem Festakt eingeweiht. Das geplante, aber zunächst noch fehlende Register Oboe 8’ wurde dem Konzertpublikum in einem Konzert am 24. Oktober 1999 vorgestellt. Die neue Orgel der Auferstehungskirche entspricht der Größe des Kirchenraums nun weit besser als die Vorgängerin. Ihre musikalische und technische Qualität lässt keinen Wunsch offen, so dass die Kirche nun für hoffentlich lange Zeit mit einer guten Orgel versorgt ist.
HauptwerkSchwellwerkPedal
Prinzipal 8'Gedackt 8'Subbass 16'
Rohrflöte 8'Salicional 8'Oktavbass 8'
Oktav 4'Flöte 4'Choralbass 4'
Feldpfeife 2'Superoktav 2'Fagott 16'
Mixtur 4fQuinte 1 1/3' 
Trompete 8'Sesquialtera 2f 
 Oboe 8' 
 Tremulant 
Koppeln II/I, I/P, II/P
Mechanische Ton- und Registertraktur 
Stimmung: Neidhardt I
Orgeldisposition
8 Patentpfeifen für Schuke-Orgel

Beim Bau der Orgel wurden die jeweils vier tiefsten Pfeifen der Register Prinzipal 8' und Oktavbass 8' gedeckt gebaut: Die Pfeife hat also oben einen Deckel. Daher klingen die tiefen Töne hauchig und etwas schwächer als offene Pfeifen.

„Nun ist es möglich, diese Pfeifen als sogenannte Patentpfeifen („Spanischer Kropf“) zu bauen. Diese Bauform ermöglicht bei halber Körperlänge einen Prinzipal-Klang, der keinen klanglichen Bruch mehr zum fortlaufenden Register ermöglicht", heißt es in einem Gutachten und Angebot der Erbauerfirma Schuke.

Aufgrund einer großzügigen Spende war es möglich, die acht Pfeifen im Frühjahr 2022 zu ersetzen.

Die neuen Pfeifen fügen sich seitdem überzeugend in den Gesamtklang der Orgel ein und erfreuen nun Gottesdienstgemeinde und Konzertbesucher mit ihrem warmen Bassklang.

Der Steinway-Flügel in der Auferstehungskirche

In der Auferstehungskirche steht ein Konzertflügel von Steinway & Sons.

Das Instrument wurde 1965 von Pfarrer Scheibenberger – der sich sehr für die Klaviermusik Beethovens begeisterte – für das ehemalige Gemeindehaus der Auferstehungsgemeinde angeschafft. Der Kaufpreis betrug ca. 13.000 DM. Dem damals sehr hohen Preis steht heute ein Neupreis dieses Fabrikates von ca. 90.000 € gegenüber.

Mit Hilfe von großzügigen Spenden konnte der Flügel 2018 aufwändig überarbeitet werden.